Die Pfalz riecht gut – Hüttenromantik im Pfälzer Wald

Es hat geschneit am Morgen und die Sonne strahlt vom blauen Himmel – ein perfekter Tag, um ein wenig Winterluft zu schnuppern und das weiße Winterwunderland im Pfälzer Wald zu genießen. Was ein Glück, dass es überall in der Pfalz bewirtschaftete Hütten gibt! Die notorische Lauffaulheit gepaart mit pubertärem Null-Bock-Gehabe meiner Söhne lässt sich so am besten überwinden: Die Aussicht auf etwas zu Essen hat sie noch immer überzeugt, ab und zu das Haus zu verlassen. Weil es nicht nur viele Hütten, sondern noch mehr Wanderparkplätze und verwirrend viele Wanderwege gibt, kann man auch die Streckenlänge und den Anspruch an die Kondition – oder die der Söhne – anpassen. Wir entscheiden uns heute für die Weichei-Strecke, die ist kurz und fast ohne Steigungen. Schließlich ist es kalt, es könnte rutschig sein auf den Wegen und wir haben Hunger… Unser Ziel ist die Hohe-Loog-Hütte auf stolzen 620 Metern Höhe, von der aus man einen phantastischen Blick ins Tal und in die Rheinebene hat. Bei gutem Wetter sogar bis zum Schwarzwald.

Schon von weitem können wir die Hütte erahnen, der Duft nach Leberknödeln und Sauerkraut weht uns entgegen. „Die Pfalz riecht gut“, meint mein Sohn, der in Mittelhessen geboren ist und sich in der Pfalz noch akklimatisiert. Natürlich bestellen wir dann auch die berühmten „Lewwerknepp“, die ein paar Minuten später dampfend vor uns stehen und meinen älteren, auch in Mittelhessen geborenen Sohn zu der Aussage veranlassen:  „Das ist Pfälzer ‚Fast Food‘ – geht schnell und gibt’s überall zu essen.“ Allerdings ist es deutlich schmackhafter und nahrhafter als das handelsübliche Fast Food und nach einer wenn auch nur kurzen Wanderung in der Winterluft schmeckt es richtig gut. Die Sonne scheint durchs Fenster, die Aussicht ist aus der warmen Stube auch nicht schlecht, eigentlich könnte man noch was trinken, und jetzt schon wieder in die Kälte…? Mitten in diese bequemen Gedanken platzt die Stimme einer Wanderin, die voller Elan durch die holzgetäfelte Stube stapft und sich mit der Dame an der Theke unterhält. „Weitwanderung…25 Kilometer… drei Stunden unterwegs….Kalmit…“ Ich schaue meine Söhne an, die gerade sehr intensiv mit ihrem Getränk beschäftigt sind. Irgendwann, denke ich, wenn die Pubertät vorbei ist, machen wir das auch mal. Vielleicht überzeuge ich sie dann mit der Aussicht auf einen Schoppen auf der Hütte.